Blickwinkel

Hier finden Sie einen Blickwinkel auf das Zeitgeschehen.

Im Horizont der christlichen Botschaft wird ein Blick gewagt auf aktuelle Themen in Kirche und Gesellschaft.

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Ruhe

Kaum jemals ist ein Absatz angebrachter, als nach diesem Wort. Finden Sie nicht,  liebe Leserin, lieber Leser?!

Wenn die Sommerferien vor der Türe stehen, die Schule zu bleibt und die Kinder schon in Vorfreude auf den Urlaub sind, dann hat man Ruhe von der Arbeit, den Schulaufgaben und dem alltäglichen Alltagstrott. Auch im Fernsehen laufen Wiederholungsprogramme, allein die Nachrichten sind aktuell. Ja, selbst das Parlament und allen voran die Bundeskanzlerin, macht einmal Pause und kommt zur Ruhe.

Zugegeben, diese Ruhe hat auch unruhige Stunden. Denken Sie an die vielen Staus auf den Autobahnen. Und natürlich soll nicht außer Acht gelassen werden, dass Eltern auch dann im Dienst sind, wenn die große Sommerpause vor der Tür steht. Aber gestatten Sie mir, dass ich es einmal ganz pauschal sage: Die Sommerzeit dürfte für viele von uns mit dem Wort ‚Ruhe‘ sehr gut beschrieben sein.

Ruhe gehört zu den Grundbedürfnissen des Menschseins. Der Mensch braucht Ruhe, um wieder zu Kräften zu kommen. So hat ihn Gott geschaffen. In der biblischen Schöpfungserzählung wird das ganz deutlich (1. Mose 2,1-3). Der erste ganze Tag des Menschen ist der Sonntag, der Ruhetag. Der Mensch lebt von der Ruhe her. Aus der Ruhe kommt die Kraft, Motivation, Kreativität und Lust für die Aufgaben.

Diese alte Einsicht, ist keine Neuheit. Schon Cicero, der wohl berühmteste Staatsmann des antiken Rom, der nun wahrhaftig nicht dafür bekannt ist auf seiner faulen Haut gelegen zu haben, wusste zu sagen: „Nichts tun erfreut!“ Viel habe ich vergessen von meinem Lateinunterricht. Das konnte ich mir merken. 

Für mich ist das eine Form der natürlichen Gotteserkenntnis, wie sie im Römerbrief von Paulus angedeutet wird. Sinngemäß steht in Römer 1,20: Gottes unsichtbares Wesen wird in der Schöpfung offenbar. Das heißt für mich, dass alle Ratgeber zum Thema Ruhe, jede Apotheken-Umschau hierzu quasi das für richtig hält, was in der Bibel über den Menschen von Gott her gesagt wird. Das ist für mich eine natürliche Gotteserkenntnis: Man hält aufgrund moderner Einsichten das für richtig, was in der Bibel steht und kann dadurch behaupten, es gibt einen Gott.

 

Vielleicht ist diese These für Sie provokant. Sie ist ‚zum Überdenken‘ gedacht. Nehmen Sie sich dafür eine Ruhe-Zeit.

 

Mit dem Wunsch für ruhige Tage über den Sommer, grüße ich Sie herzlich, Ihr

Matthias Baral

Vikar in Kleinsachsenheim