Der Skilehrer

© Pfarrer M. Wanner

von Pfarrer Michael Wanner aus Hohenhaslach

Manche waren in den Winterferien weg zum Skifahren. Auch wir konnten beim Skifahren herrliche Tage bei besten Schneeverhältnisse, Weitsicht und Sonnenschein verbringen. Auf der Piste waren an diesem Tag auch einige Skilehrer mit ihren Zöglingen unterwegs. Ein Skilehrer mit seiner Gruppe hat mich besonders fasziniert. Immer wieder hielt er an. Die etwa 9 -Jährigen Kinder stellten sich um ihn herum und hörten genau zu, was er ihnen erklärte. Dann fuhr er los und zog seine Bahnen. Jedes der Kinder folgte exakt den Bewegungen ihres Skilehrers und bewegte, genau wie es erklärt wurde, seine Skistöcke bei jedem Schwung auf und ab. Besonders schwierig war für die Jungen und Mädchen das Liften am Schlepplift. Der Skilehrer half seinen Schülern beim Einsteigen und hielt ihnen den Bügel des Lifts hin. Er selbst fuhr als Letzter. Wir lifteten zur gleichen Zeit und sahen, wie zwei Kinder aus dem Lift herausflogen und dann am Rand der Liftspur im Schnee sitzen blieben. Ein Bild des Jammers. Der Skilehrer fuhr bis zu dieser Stelle, rief uns noch zu, wir sollten denen oben Bescheid geben, dass sie noch warteten und bemühte sich um die Kinder. Er half ihnen auf und fuhr mit ihnen wieder zur Liftstation hinunter.

 

Am Name des kommenden Sonntags heißt „Okuli“, nach Psalm 25,15: „Meine Augen sehen stets auf den Herrn“. Ich muss bei diesem Namen an das Erlebnis aus dem Skiurlaub denken. Es gibt ihn, den Lehrer, den „Meister“ wie Jesus von seinen Jüngern genannt wurde. Ich habe die Möglichkeit, auf ihn sehen und auf sein Vorbild zu achten. Ich kann auf seine Worte hören und darf seinen Spuren folgen. Immer wieder gibt er mir die Chance zum Beispiel im Gottesdienst, inne zu halten und von ihm zu lernen. Wenn ich hinfalle und liegenbleiben, ist er zur Stelle. Ich muss nur zu ihm rufen im Gebet und er hilft mir wieder auf und begleitet mich. Ich wünsche Ihnen, dass Sie Jesus, den Meister sehen und seinen Spuren folgen.