Erntedank

Erntedank ist immer der erste Sonntag nach Michaelis, dem 29. September, also in der Regel der erste Oktobersonntag.

Allerdings ist dieses Fest nicht absolut festgelegt. Die Kirchengemeinden haben das Recht, ihn um ein bis zwei Sonntage zu verschieben. Beim Erntedankfest ist der Dank an Gott wichtig für alles, was uns geschenkt wird. Wir danken dafür, dass wir essen und trinken können, dass wir und alle Geschöpfe leben dürfen von und auf dieser Erde. In unseren Gottesdiensten denken wir aber auch an die Menschen und Länder, in denen es nicht reicht zum Leben und versuchen zu helfen.

In den Kirchen werden Altäre und Tische mit Blumen und den verschiedenen Feld- und Gartenfrüchten geschmückt. Die Gaben werden danach in der Regel an Bedürftige verteilt.

 

Erntedank ist seit dem 3. Jahrhundert kirchlich belegt. Schon im Alten Testament feierte man im Herbst die Früchte der Erde und menschlichen Arbeit. Später gab es zwei Erntefeste: das Wochenfest Schawuot als Getreide- Erntefest und das Laubhüttenfest als Wein- und Gesamt- Erntedankfest.

 

Ein Lied aus dem Evangelischen Gesangbuch bringt die Haltung zum Ausdruck, in der Christen Erntedank feiern:

 

 

1. Wir pflügen, und wir streuen / den Samen auf das Land, / doch Wachstum und Gedeihen / steht in des Himmels Hand: / der tut mit leisem Wehen / sich mild und heimlich auf / und träuft, wenn heim wir gehen, / Wuchs und Gedeihen drauf.

(Kehrvers):Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn, / drum dankt ihm, dankt, / drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn!

 

2. Er sendet Tau und Regen / und Sonn- und Mondenschein, / er wickelt seinen Segen / gar zart und künstlich ein / und bringt ihn dann behende / in unser Feld und Brot: / es geht durch unsre Hände, / kommt aber her von Gott.

(Kehrvers):Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn, / drum dankt ihm, dankt, / drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn!

 

3. Was nah ist und was ferne, / von Gott kommt alles her, / der Strohhalm und die Sterne, / der Sperling und das Meer. / Von ihm sind Büsch und Blätter / und Korn und Obst von ihm, / das schöne Frühlingswetter / und Schnee und Ungestüm.

(Kehrvers):Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn, / drum dankt ihm, dankt, / drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn!

 

4. Er lässt die Sonn aufgehen, / er stellt des Mondes Lauf; / er lässt die Winde wehen / und tut den Himmel auf. / Er schenkt uns so viel Freude, / er macht uns frisch und rot; / er gibt den Kühen Weide / und unsern Kindern Brot.

(Kehrvers): Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn, / drum dankt ihm, dankt, / drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn!

 

Text: nach Matthias Claudius 1782

Melodie: Hannover 1800

 

Autor: Pfarrer Friedemann Wenzke