Herbstsynode des Kirchenbezirks in Vaihingen

„Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit“. Unter dieses Wort aus dem zweiten Timotheusbrief stellte Dekan Reiner Zeyher seinen Bericht auf der Herbstsynode des Kirchenbezirks Vaihingen.

© Kirchenbezirk Vaihingen an der Enz

Es stehen Veränderungen an, und Veränderungen machen Angst. Viele blicken voller Sorge in die Zukunft und fragen sich: Wohin führt der Weg unserer Landeskirche? Dekan Zeyher ermutigte die Synodalen dazu, die Herausforderungen getrost und zuversichtlich anzunehmen. Nicht wir Menschen allein schaffen die Kirche; der Heilige Geist ist mit uns und durch uns am Werk. Die biblische Botschaft ist eine Botschaft gegen die Angst. Gott spricht uns zu: Fürchtet euch nicht! Aus den zurückliegenden Monaten gab es auch manch Erfreuliches zu berichten. Die Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum haben die evangelische Kirche wieder stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gebracht. Im Kirchenbezirk bestehen keine Vakaturen mehr, seit September sind alle Pfarrstellen besetzt. Die drei ehemaligen Vikarinnen und Vikare haben ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und den Bezirk verlassen; sie wurden am 10. September in einem Festgottesdienst in Kleinsachsenheim ordiniert. Das Gemeindediakonatsprojekt geht weiter. Im Distrikt Süd konnte eine Gemeindediakonin eingestellt werden; dort kommt es bereits zu einer gemeindeübergreifenden Vernetzung der Konfirmandenarbeit.

Unter der Leitung ihres Vorsitzenden Albrecht Noller befasste sich die Synode unter anderem mit folgenden Themen:

Kooperationsgespräche mit den Kirchenbezirken Vaihingen und Mühlacker

Seit dem Frühjahr 2016 gibt es Gespräche mit den Kirchenbezirken Ditzingen und Mühlacker, um die Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit auszuloten. Die Stellenkürzungen im Pfarrplan 2024 und die zu erwartenden Kürzungen im Pfarrplan 2030 stellen die kleinen Kirchenbezirke Vaihingen und Ditzingen vor große Probleme bei der Bewältigung ihrer vielfältigen Aufgaben. Die Beratungen mit dem Kirchenbezirk Ditzingen sollen daher klären, ob und wie eine Fusion die Handlungsfähigkeit in der Zukunft stärken könnte. Die Bezirkssynode Ditzingen hat sich bereits für eine Fusion ausgesprochen; in Vaihingen besteht noch Gesprächsbedarf. Eine Fusion mit Mühlacker wird von der Landeskirche nicht gewünscht. Es könnten jedoch die bereits bestehenden Kooperationen vertieft und die Zusammenarbeit aller drei Kirchenbezirke ausgebaut werden. Die Synode fasste einen entsprechenden von der Steuerungsgruppe vorgeschlagenen Beschluss.

Pfarrplan

Zum Pfarrplan 2024, den die Frühjahrssynode 2018 beschließen wird, wurde der derzeitige Beratungsstand bekannt gegeben. Im Distrikt Süd sollen sich die Gemeinden Nussdorf und Eberdingen eine Pfarrstelle teilen. Wo der Sitz des Pfarramts sein wird, muss noch geklärt werden. Im Distrikt Stromberg, zu dem Vaihingen gehört, soll die Stelle der Dienstaushilfe beim Dekan von 100 auf 50 Prozent gekürzt werden. Zum Ausgleich dafür müssen von Oberriexingen aus Vertretungsdienste übernommen werden. Die halbe Stelle Vaihingen-West wird gestrichen und von Ensingen mitversehen. So kann Ensingen mit einem Seelsorge- und Predigtauftrag in Vaihingen-West als volle Stelle erhalten bleiben. Im Distrikt Sachsenheim müssen 1,5 Pfarrstellen wegfallen. Großsachsenheim soll eine von bisher zwei Stellen einbüßen, dafür werden die Stelleninhaber von Kleinsachsenheim, Hohenhaslach und Ochsenbach-Spielberg-Häfnerhaslach jeweils mit einem Gottesdienst- und Seelsorgeauftrag in Großsachsenheim tätig sein. Die Pfarrstelle Unterriexingen wird auf 50 Prozent reduziert; hier wird eine distriktübergreifende Lösung mit Markgröningen angestrebt, da halbe Stellen nur schwer zu besetzen sind.

Innovationsfond der Landeskirche

Die Landeskirche hat im Oktober 2016 beschlossen, jedem Kirchenbezirk einen anteiligen Betrag aus dem Fond für „innovatives Handeln“ zuzuweisen. Damit sollen zukunftsweisende Projekte in den Gemeinden oder bei den Einrichtungen eines Kirchenbezirks gefördert werden. Der Landessynodale Pfarrer Hanßmann aus Enzweihingen ermutigte dazu, nicht nur den schmerzhaften Rückbau wahrzunehmen, sondern auch die Hoffnung machenden neuen Aufbrüche zu sehen. Er erläuterte die Modalitäten der Mittelverteilung: In einem Zeitraum von sieben Jahren werden insgesamt 1.500.000 € ausgeschüttet. Der Kirchenbezirk Vaihingen hat für das Jahr 2017 rund 19.100 € erhalten, bis zum Jahr 2023 wird sich die Fördersumme voraussichtlich auf insgesamt 127.000 € belaufen. Auf Empfehlung des Kirchenbezirksausschusses (KBA) entschied die Bezirkssynode, 20 Prozent der Mittel für innovative Projekte von Einrichtungen des Kirchenbezirks zur Verfügung zu stellen, 80 Prozent sollen in die Gemeinden fließen. Jede Kirchengemeinde kann im Förderungszeitraum einen Antrag stellen. Der Zuschuss beträgt bis zu 50 Prozent der Gesamtkosten eines Projekts und ist in der Regel auf 5.000 € begrenzt.

Neue Kindergarten-Trägerstruktur

Die Bezirkssynode beschloss eine Satzung zur Übernahme von Kindertageseinrichtungen der Kirchengemeinden durch den Kirchenbezirk. Eine Übernahme der Trägerschaft kann auf Antrag der jeweiligen Kirchengemeinde erfolgen unter der Voraussetzung, dass die Gemeinde die Baulast der Gebäude übernimmt. Es wird je ein beschließender Ausschuss für die Bereiche der Städte Vaihingen und Sachsenheim gebildet, der unter anderem die Grundsätze und Ziele der Kindergartenarbeit festlegt, über Leistungsangebote der Einrichtungen und Gebühren entscheidet, mit den Kommunen verhandelt und die Dienst- und Fachaufsicht über die Mitarbeitenden ausübt. Für die Stellenbesetzung wird ein Besetzungsgremium geschaffen, in dem die jeweils betroffene Kirchengemeinde vertreten ist. Die Kirchengemeinden und ihre Pfarrerinnen und Pfarrer sind weiterhin zuständig für die religionspädagogische Betreuung der Kindergärten und deren Einbindung in das Gemeindeleben durch Gottesdienste und Gemeindefeste. Eine Auflösung von Gruppen oder einer ganzen Einrichtung ist nicht ohne Zustimmung der jeweiligen Kirchengemeinde möglich. Der Kirchenbezirk deckt die Kosten für die Kindertageseinrichtungen hauptsächlich durch Elternbeiträge und Zuschüsse des Bundes, des Landes und der Kommunen; ein Abmangel wird vom Kirchenbezirk getragen.

Finanzen

Wie jedes Jahr auf der Herbstsynode standen auch diesmal wieder Beratungen und Beschlüsse zum Haushalt an. Der Leiter der kirchlichen Verwaltungsstelle Martin Wolfschläger stellte die vom Kirchenbezirksausschuss beschlossene mittelfristige Finanzplanung 2017 bis 2021 und den Plan für die kirchliche Arbeit 2018 vor. Der Haushalt 2018 hat ein Volumen von 1.818.350 €; zum Ausgleich den Haushalts ist eine Bezirksumlage von 797.400 € nötig. Die Synode fasste den Beschluss, von den Kirchengemeinden pro Gemeindeglied einen Betrag von 23,73 € zu erheben.

Gudrun Aker