Hospizgruppe Vaihingen an der Enz

© Hospizgruppe Vaihingen an der Enz

Die Begleitung von schwer kranken und sterbenden Menschen ist in Zeiten, in denen es die Großfamilien wie früher kaum noch gibt, eine immer wichtigere Aufgabe. Manche Sterbende haben keine Angehörigen und Freunde in der Nähe. Manche sind allein und fühlen sich verlassen. Pflegende Angehörige kommen oft an die Grenzen ihrer Kraft. Deshalb gibt es in Vaihingen seit 1998 die ökumenische Hospizgruppe. Träger sind der Krankenpflegeverein Vaihingen, die evangelische Kirchengemeinde Vaihingen und die katholische Kirchengemeinde St. Antonius, bei der auch die Geschäftsführung liegt.

Die Hospizgruppe begleitet kostenlos Sterbende und deren Angehörige, – unabhängig von Herkunft, Nationalität und Religion. Pflegerische Dienste gehören nicht zu ihrer Aufgabe. Der Dienst der Hospizgruppe ist getragen von einer christlichen Grundhaltung. Angesichts des nahenden Todes ist die begleitende Nähe eines Mitmenschen ein Zeichen, dass Gottes Liebe uns auch im Sterben trägt. Die Begleiterinnen versuchen dabei zu erspüren, was der sterbende Mensch in seiner Situation braucht und lassen sich davon leiten. Hilfreich ist es deshalb, wenn sie den schwerkranken Menschen schon frühzeitig kennen lernen.

 

Begleitung kann konkret heißen: still an einem Bett sitzen, kleine Handreichungen tun, die Hand des Sterbenden halten, mit ihm sprechen oder auf Wunsch auch beten und immer wieder sich den Angehörigen widmen. Gerade sie sind oft froh um die Entlastung. Eine Angehörige berichtet: „Mein Mann wollte nur noch nach Hause zum Sterben, und diesen Wunsch wollten wir ihm erfüllen. Zunächst war uns klar, wir machen alles für ihn, aber bei Beruf, Familie und Pflege rund um die Uhr und immer zu zweit findet man auch seine Grenzen. Die Hospizgruppe war dann sofort bereit, uns zu helfen. Die Planeinteilung hat auch wunderbar funktioniert rund um die Uhr. Egal, wer auch kam, mein Mann und wir haben uns immer gefreut über die vertrauensvolle, offene und herzliche Hilfsbereitschaft und Gemeinsamkeit. Es war uns wirklich allen eine sehr große Hilfe. Deshalb haben wir auch noch schöne und fröhliche Augenblicke miteinander erleben dürfen und offen über alles sprechen können, auch übers Sterben und Abschied nehmen. Wir sind dankbar für die geschenkte Zeit, die wir zu Hause noch erleben durften, auch Dank der Hilfe durch die Hospizgruppe.“

 

Aus 14 Mitarbeiterinnen besteht die Gruppe zurzeit, im neuen Jahr werden einige dazu kommen, die einen umfangreichen Ausbildungskurs erfolgreich abgeschlossen haben. Im Jahr 2014 wurden von der Hospizgruppe 29 Sterbende begleitet, davon 19 in verschiedenen Heimen. Insgesamt waren die Mitarbeiterinnen 502 Stunden im Einsatz, davon 36 nachts. Margarethe Wagner und Mechthild Winkler bereiten die monatlichen Gruppenabende vor und koordinieren die Einsätze.

 

Seit 2012 kooperiert die Hospizgruppe mit der Sachsenheimer Gruppe. Die dortige Palliativ-Care-Fachkraft steht auch der Vaihinger Gruppe unterstützend zur Verfügung. Seit einigen Jahren wird die Hospizarbeit durch die gesetzlichen Krankenkassen gefördert. Diese Fördergelder ermöglichen eine kontinuierliche Fortbildung und eine regelmäßige Supervision der Ehrenamtlichen. Weiterhin ist die Hospizarbeit aber angewiesen auf Spenden und auf die Zuschüsse durch die Träger.

 

Anfragen für Begleitungen nehmen Fr. Wagner (Tel. 82 72 47) und Fr. Winkler (Tel. 2 41 57) entgegen. Auf der Homepage www.vaihingen-enz.hospiz-bw.de gibt es mehr Informationen und per Mail ist die Gruppe unter vaihingen-enzdontospamme@gowaway.hospiz-bw.de erreichbar.

 

Für Spenden sind wir dankbar: Kath. Kirchenpflege Vaihingen, „Hospizgruppe“,
IBAN DE78 6045 0050 0008 8082 80

Pastoralreferent Christoph Knecht

 

 

”Trösten ist Arbeit an der Seele des Anderen – in Zusammenarbeit mit Gott.“

UWE KYNAST