Frühjahrssynode 2019: Ja zur Fusion mit Ditzingen

Die Frühjahrssynode des Kirchenbezirks Vaihingen am 15. März 2019 im Lichtenstern-Gymnasium in Großsachsenheim stimmte der Fusion mit dem Kirchenbezirk Ditzingen zum 1. Januar 2020 zu.

Der Zusammenschluss war das Schwerpunktthema des Abends, an dem außerdem Schuldekanin Gabriele Karle über ihre Arbeit berichtete. Dekan Reiner Zeyher und der Vorsitzende der Bezirkssynode Albrecht Noller wiesen noch einmal darauf hin, dass die Fusion zum jetzigen Zeitpunkt die Chance zu einem Zusammenwachsen ohne Sparzwänge und Termindruck biete, bevor der absehbare Einbruch des Kirchensteueraufkommens ein Zusammengehen unter ungünstigeren Rahmenbedingungen erzwinge. Ihr Zweck sei nicht die Optimierung kirchlicher Strukturen, sondern die Schaffung einer zukunftsfähigen Organisationsform, die es den kleiner werdenden Kirchenbezirken ermöglicht, ihren Verkündigungsauftrag wahrzunehmen.

Der Beschluss wurde in auf Antrag geheimer Abstimmung mit 28 Ja-Stimmen, 11 Nein-Stimmen und 3 Enthaltungen gefasst. Er enthält die Bitte an die nächste, am 1. Dezember zu wählende Bezirkssynode, den Bezirksgremien und Bezirkseinrichtungen ausreichend Zeit zur Entwicklung und Erprobung der neuen Situation zu geben. Beim Oberkirchenrat wird beantragt, alle notwenigen Schritte einzuleiten und die Bezirkssatzung zu erlassen, deren Entwurf bereits auf der Sondersynode im Januar vorgestellt wurde. Der Landesbischof wird gebeten, den Gesetzentwurf über die Fusion in die Herbsttagung der Landessynode einzubringen. Im Hinblick auf die Diakonische Bezirksstelle Vaihingen erklärt die Bezirkssynode, dass deren Unabhängigkeit vom Kreisdiakonieverband Ludwigsburg für die kommende Legislaturperiode gewährleistet sein soll, sofern nicht zwingende Gründe dagegen stehen. Im Jahr 2025 soll die Struktur der Diakonischen Bezirksstelle nochmals in den Blick genommen und eine Handlungsempfehlung für die ab 2026 gewählte Bezirkssynode verabschiedet werden.

Der Vorsitzende der Bezirkssynode Mühlacker Bernd Dingler drückte seine Enttäuschung darüber aus, dass der Kirchenbezirk Mühlacker, der anfangs an den dreieinhalb Jahre dauernden Verhandlungen beteiligt war, aus dem Fusionsprozess ausscheiden musste, weil der Oberkirchenrat keinen Zusammenschluss über Kreisgrenzen hinweg befürwortet. Die Zukunft des am Rand der Landeskirche gelegenen Kirchenbezirks ist daher ungewiss. Die langjährige Kooperation mit Vaihingen soll freilich nicht aufgegeben, sondern mit dem neu zu bildenden Bezirk Vaihingen-Ditzingen weiter geführt und vertieft werden.

Dr. Gudrun Aker