Sonderbezirkssynode zur Fusion der Kirchenbezirke Vaihingen und Ditzingen

Am 19. Januar 2019 fand im Lichtenstern-Gymnasium in Großsachsenheim eine Sondersynode des Kirchenbezirks Vaihingen zur geplanten Fusion mit dem Kirchenbezirk Ditzingen statt. Sie diente der Information über den Fusionsprozess und bot die Möglichkeit zu Nachfragen und zur Aussprache.

© Evang. KB Vaihingen

Die Fusion, über die beide Bezirkssynoden im Frühjahr 2019 abstimmen werden, soll zum 1. Januar 2020 erfolgen. Dekan Reiner Zeyher betonte, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch kein Zwang zu einem Zusammenschluss bestehe. Die Fusion soll die Kirchenbezirke zukunftsfähig machen und Rahmenbedingungen schaffen, durch die Veränderungsprozesse besser gestaltet und bewältigt werden können. Dahinter stehe keine betriebswirtschaftliche Logik, sondern das Bestreben, Kirche so zu organisieren, dass sie ihren Verkündigungsauftrag wahrnehmen und Glaubenspraxis ermöglichen kann. Die abnehmende Zahl der Gemeindeglieder und in absehbarer Zeit auch der finanziellen Mittel sowie ein weiterer Abbau der Pfarrstellen über den Pfarrplan 2024 hinaus können nicht ignoriert werden. Durch die freiwillige Fusion kann der Prozess des Zusammenwachsens ohne Zeitdruck und mit der gebotenen Gründlichkeit vonstattengehen. Es wird eine mehrjährige Phase des Übergangs geben, in der Erfahrungen gesammelt, Entscheidungen überdacht und gegebenenfalls Änderungen vorgenommen werden.

Die Vorsitzende der Bezirkssynode Ditzingen Beate Ulmer stellte den Vaihinger Synodalen den Kirchenbezirk Ditzingen vor. Er besteht aus vier Distrikten und hat rund 4000 Mitglieder mehr als der Kirchenbezirk Vaihingen. Über die Hälfte der Gemeinden haben mehr als 2500 Gemeindeglieder. Die Zahl der Pfarrstellen wird bis 2024 von bisher 19 auf 15 reduziert. Es gibt ein Bezirksjugendwerk mit zwei Jugendreferenten sowie acht Stellen für Jugendreferenten und Diakone in den Gemeinden, die teilweise vom Bezirk, teilweise von den Gemeinden finanziert werden. Die Diakonische Bezirksstelle ist eine Außenstelle des Kreisdiakonieverbands. In kirchlicher Trägerschaft befinden sich acht Kindergärten in sechs Gemeinden mit insgesamt 28 Gruppen.

Einen Überblick über die Eckdaten der geplanten Fusion gab der Vorsitzende der Bezirkssynode Vaihingen Albrecht Noller. Er verwies dabei auf die Kirchenbezirksordnung, durch die bestimmte Strukturen vorgegeben sind. So kann es nur eine Bezirkssynode, einen Kirchenbezirksausschuss, einen Diakonischen Bezirksausschuss, einen beschließenden Ausschuss Jugend, einen gemeinsamen Haushalt und einen Bezirksrechner geben. Die beiden Jugendwerke bleiben vorerst erhalten, ebenso die rechtliche Unabhängigkeit der Diakonischen Bezirksstelle Vaihingen vom Kreisdiakonieverband. Die rechtliche Struktur der Diakonischen Bezirksstelle Vaihingen soll aber 2025 am Ende der kommenden Legislaturperiode noch einmal in den Blick genommen werden. Da die Mittelzuweisung in den beiden Kirchenbezirken bisher auf unterschiedliche Weise erfolgt, musste ein einheitliches System entwickelt werden, das Diethelm Martis anschaulich erläuterte. Die Kirchensteuerverteilung wird die jeweilige Schwerpunktsetzung berücksichtigen und so gestaltet werden, dass alle Kirchengemeinden möglichst nahe an die Zuweisungen für das Jahr 2019 kommen. Dieses System ist vorläufig und wird in den nächsten Jahren auf seine Tauglichkeit geprüft und, wo nötig, nachgebessert.

Vorgestellt wurden der Entwurf der Steuerungsgruppe für die Bezirkssatzung, die vom Oberkirchenrat erlassen wird, und das Fusionsgesetz, das die Landessynode beschließen muss; ferner die Geschäftsordnung der Dekane für das zu bildende Dekanat Vaihingen-Ditzingen. Nach dem Württembergischen Pfarrergesetz kann das Amt des Dekans mit zwei Pfarrstellen verbunden sein, es kann aber nur einen geschäftsführenden Dekan geben. Sitz des geschäftsführenden Dekans wird Vaihingen sein. Eine Neuordnung der Schuldekanate wird erst nach der Fusion durch den Oberkirchenrat erfolgen.

Dr. Gudrun Aker